Seit Anfang der 1990er-Jahre ist es in Deutschland zu zahlreichen rassistischen, antisemitischen und extrem rechten Gewalttaten gekommen. Hoyerswerda, Hünxe, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen, die NSU-Morde, Halle und Hanau stehen heute stellvertretend für alle diese Anschläge und Pogrome. Die Liste ist bei Weitem nicht vollständig. Nach 30 Jahren ist es an der Zeit, sich mit dem rassistischen Brandanschlag von Solingen auseinanderzusetzen. Eine fachliche, gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Auseinandersetzung über diesen ist bisher nur marginal erfolgt. Das Hintergrundwissen in diesem Band bietet Fachkräften und Multiplikator*innen didaktisches Begleitmaterial zum Thema Rassismus(-kritik) mit Fakten, Folgen, Ursachen etc. zum Brandanschlag; die praktischen Materialien verfolgen das Ziel, Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18+ Jahren an den Brandanschlag zu erinnern und sie so über rechte Gewalt und Rassismus zu sensibilisieren, aufzuklären und ihr Wissen darüber zu erweitern.
1. Auflage, 2023
Bindeart: Buch, broschiert Format: 213 x 298 x 14 mm Gewicht: 713 g Umfang: 237 Seiten Verlag: Beltz Juventa
»Birgül Demirtaş hat eine sehr überzeugende, praxisbezogene und gut lesbare wichtige Text- und Materialsammlung vorgelegt, die überzeugend, nahbar und theoretisch fundiert an die Morde in Solingen erinnert, an die ermordeten Personen, an Familienangehörige und andere Solinger*innen. […] Ein rundum kritisches lesens- und empfehlenswertes Buch für Pädagogik, Bildungsarbeit, für Lehrer*innen, Fortbildner*innen, Studierende und Interessierte.«
Birgül Demirtaş M.A., studierte Sozialpädagogik/Soziale Arbeit sowie Empowerment Studies an der Hochschule Düsseldorf. Als Zeitzeugin im Zusammenhang mit dem Solinger Brandanschlag führte sie 2006 erste Gespräche mit Betroffenen rassistischer Gewalt, recherchierte deren Erfahrungen und dokumentierte sie. Ihre Arbeit zum Thema »Der Brandanschlag in Solingen und seine Wahrnehmung durch die zweite Generation von türkischstämmigen Migrantenֿ« wurde 2016 vom Landesintegrationsrat NRW publiziert. Für diese Arbeit erhielt sie den FORENA-Nachwuchspreis und den Preis »Demokratie und Zusammenhalt in der Vielfalt« des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Als wissenschaftliche Mitarbeiter:in intensivierte sie im Rahmen des »Doing Memory Projekts« ihre Recherchen und forschte 2018 am Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus und Neonazismus an der Hochschule Düsseldorf weiter zum rassistischen und extrem rechten Brandanschlag von Solingen sowie zum Pogrom in Rostock-Lichtenhagen. Zudem war sie dort als Lehrbeauftragte tätig.
Seit Anfang 2020 baut Birgül Demirtaş bei IDA-NRW den neuen Fachbereich Re_Struct mit auf, der das Ziel hat, Organisationen und Träger der politischen Bildungsarbeit im Umgang mit Rassismus und Mehrfachdiskriminierung sowie bei der Etablierung rassismuskritischer und migrationspädagogischer Ansätze zu beraten und zu qualifizieren.
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