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Am Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine verstärkte "Psychopathologie des Alltagslebens" ein. Denn verglichen mit den von der Anstaltspsychiatrie bislang be-handelten "Geisteskrankheiten" begannen sich nun mildere Formen psychischer Stö-rungen wie Hysterie, Nervosität und Neurasthenie auszubreiten. In der Pädagogik ist ein augenfälliges "Symptom" dieses Wandels die Entwicklung der Sonderschule. Die "normale" Klasse wurde dabei zum entscheidenden Relais für die sogenannten Spezi-alklassen. So entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art "Pädagogik zweiter Ordnung", für welche die Schule zuständig wurde. Seitdem geht es nicht mehr nur da-rum, zu unterrichten, sondern auch darum, überhaupt festzustellen, ob Kinder den Lektionen folgen können, und ihnen, sollten sie Schwierigkeiten haben, zu helfen.
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