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Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung von postkolonialen Theorien für die Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession. Der europäische Kolonialismus hat globale Machtstrukturen etabliert, die durch neokoloniale geopolitische Verhältnisse bis heute fortbestehen. Aus postkolonialen Perspektiven wird dargelegt, wie koloniale Diskurse durch machtvolle Prozesse des Otherings und der Sprache, die Entmenschlichung, Ausbeutung bis hin zur Vernichtung kolonisierter Subjekte legitimierten und dafür sorgten, dass sich die europäischen Kolonialmächte als ‚überlegen‘ konstruieren konnten. Besondere Aufmerksamkeit gilt der widersprüchlichen Entwicklung der Menschenrechte während der europäischen Aufklärung, die zeitgleich mit intensivierter kolonialer Ausbeutung und Gewalt sowie dem sogenannten transatlantischen Sklavenhandel entstanden sind. Die Verschränkung von Rassismus und Kapitalismus und der damit einhergehenden Idee von Landbesitz, wird als Grundlage kolonialer Dominanz und Unterwerfung diskutiert, die bis heute für globale Ausbeutungsverhältnisse sorgen, denen rassifizierte Menschen in besonderer Weise ausgeliefert sind. Den Abschluss des vorliegenden Beitrags bilden dekoloniale Ansätze, die als Wege zur Überwindung epistemischer Gewalt und zur Anerkennung alternativer Wissensformen dienen können. Für die Soziale Arbeit ergeben sich daraus Forderungen nach kritischer Reflexion der Wissenschafts- und Menschenrechtsgeschichte, radikaler Infragestellung kapitalistischer Systemlogiken. Wir plädieren für philosophische Alternativen, die Gemeinschaftlichkeit und Naturverbundenheit gegenüber individualistischen Konkurrenzprinzipien in den Vordergrund stellen. Abschließend wird die Notwendigkeit kollektiven Bewusstseinswandels und der Abkehr von gewohnten Denkmustern zur Überwindung entmenschlichender Verhältnisse betont.
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