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Fliegen verspricht Freiheit: schnell, bequem, selbstverständlich. Zugleich gehört es zu den klimaschädlichsten Alltagspraktiken moderner Gesellschaften. Wie lässt sich diese Spannung zwischen Klimawissen und Mobilitätslust erklären – individuell wie strukturell, jenseits von Moral, Appellen und Schuldzuweisungen? Das Buch untersucht Reisen als gesellschaftliche Praxis, in der Nachhaltigkeit weithin anerkannt ist, jedoch selten Handlungen anleitet. Im Fokus stehen jene Rhetoriken, die Mobilität legitimieren, normalisieren und gegen Kritik immunisieren. Auf Grundlage von Gruppendiskussionen zeigt das Buch, wie Reisende Verantwortung verschieben, Widersprüche bearbeiten und ökologische Grenzen sprachlich entschärfen. Der soziologische Blick richtet sich auf Infrastrukturen, soziale Erwartungen und kulturelle Leitbilder, die Fliegen fest im Bild des guten Lebens verankern. Nachhaltigkeit fungiert hier weniger als verbindliche Norm denn als diskursiver Marker ungelöster Konflikte. So erklärt das Buch, warum Reisen in der Klimakrise leicht erscheint – und gerade dadurch als unerträglich sichtbar wird.
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Über Nina Degele

Nina Degele hat seit 2011 die Professur für Soziologie und empirische Geschlechterforschung am Institut für Soziologie der Universität Freiburg inne.

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