"Ratte mit Brille" nennen sie ihn in der Schule. "Versager" sagt der Vater. Herbert, vierzehn Jahre alt, klein, blass, kurzsichtig, kann nur in seine Träume flüchten und sich mit Süßigkeiten trösten. Die kauft er im Laden bei der alten Frau Kronawitter. Und ausgerechnet Frau Kronawitter sieht ihn, als er mit seinem neuen Messer Autos zerkratzt. Keiner verdächtigt ihn, und obwohl er gar nicht weiß, warum er das gemacht hat, kann er nicht mehr damit aufhören und tut es wieder und wieder. Frau Kronawitter schweigt. Sie denkt über ihr Leben nach, zum ersten Mal schonungslos und ehrlich. Daraus entwickelt sie Verständnis für Herbert, erkennt, wie erstickend seine kleine, enge, scheinbar ordentliche und heile Welt ist. Sie möchte ihm helfen, will an ihm gutmachen, was sie an ihrem Sohn versäumt hat. Aber ist Herbert überhaupt noch in der Lage, Hilfe anzunehmen?
11. Auflage, 2009
Bindeart: E-Book/epub Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg
»In fünfundzwanzig Kapiteln gibt Mirjam Pressler das Porträt eines jugendlichen Gewalttäters. Herbert, vierzehn Jahre alt, von seinem Vater und den Mitschülern gehänselt und verspottet (sie nennen ihn«
- Ratte mit mit Brille"), tötet eine Nachbarin, die alte Frau Kronawitter, die ihm helfen wollte. Die Autorin lässt das Leben der beiden Hauptpersonen - Herbert und Frau Kronawitter - nebeneinander herlaufen. Ersten flüchtigen Begegnungen, noch ohne Bedeutung, folgen kurze Gespräche. Am Ende steht ein Mord. Mirjam Pressler zeichnet ein Psychogramm des jungen Täters, vielleicht etwas zu holzschnitthaft, aber immer so, dass klar wird, wo die Schuld liegt. Täter und Opfer sind eigentümlich verwandt ohne es zu wissen. Frau Kronawitter möchte an Herbert gutmachen, was sie am eigenen Sohn versäumte. Herbert missversteht ihr Hilfsangebot als Drohung und ersticht sie. Die Autorin rekonstruiert, wie es dazu kommen musste." Winfried Kaminski, Die Zeit
»Offen, eindringlich und unsentimental wird hier nichts verschönert, nichts gemildert.«
- Luzerner Neueste Nachrichten
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Über Mirjam Pressler
Mirjam Pressler (1940 - 2019) wurde in Darmstadt geboren und wuchs bei Pflegeeltern auf. Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt und Sprachen in München und lebte für ein Jahr in einem Kibbuz in Israel.
Zurück in Deutschland arbeitete sie unter anderem als Taxifahrerin und führte einen Jeansladen. Sie hat drei inzwischen erwachsene Töchter, die sie nach der Scheidung von ihrem Mann alleine großgezogen hat. Bis zu ihrem Tod lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin in Landshut.
Mirjam Pressler hat mehr als 30 eigene Kinder- und Jugendbücher verfasst, darunter »Bitterschokolade« (Oldenburger Jugendbuchpreis), »Novemberkatzen«, »Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen« (Deutschen Jugendliteraturpreis), »Malka Mai« (Deutscher Bücherpreis) und die Romane »Golem stiller Bruder«, »Shylocks Tochter«, »Nathan und seine Kinder«, »Ein Buch für Hanna«, »Wer morgens lacht« und »Ich bin's Kitty. Aus dem Leben einer Katze« sowie die Lebensgeschichte der Anne Frank »Ich sehne mich so«. Außerdem hat sie viele Bücher aus dem Niederländischen, Englischen und Hebräischen übersetzt, darunter auch die Romane von Uri Orlev.
Für ihre »Verdienste an der deutschen Sprache« wurde sie 2001 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet, für ihr Gesamtwerk als Übersetzerin mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises und für ihr Gesamtwerk als Autorin und Übersetzerin 2004 mit dem Deutschen Bücherpreis, der Corine und der Buber-Rosenzweig-Medaille sowie mit dem Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung..
»Pressler ist eine Meisterin stiller Geschichten voller existenzieller Erfahrungen, die sie ganz unspektakulär darstellt. Ihre knappe schnörkellose Sprache erzeugt - in allen ihren Büchern - eine ungeheure Intensität. Ihr Herz schlägt für Kinder mit schwieriger Geschichte, für Menschen mit Brüchen in der Biographie.« Ostdeutscher Rundfunk
»Poetischer als Mirjam Pressler kann man kaum begründen, warum Geschichten erzählt werden müssen.« Literarische Welt
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