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Mit der Offenen (Jugend-)Arbeit der Evangelischen Kirchen in der DDR wird ein wenig bekanntes Format der bekenntnisfreien Gemeindearbeit mit Jugendlichen, aber auch (jungen) Erwachsenen und Familien vorgestellt. Entstanden ab Mitte der 1960er Jahre unter dem Dach der Evangelischen Kirchen, entwickelte sich die Offene Arbeit rasch zu einem wichtigen Schutz- und Freiraum für nonkonforme Jugendliche und (junge) Erwachsende. Besonders im heutigen Thüringen und Sachsen entstanden eine Vielzahl an Gruppen der Offenen Arbeit, die häufig Gemeinderäume der Kirchen nutzen konnten. Die inhaltliche und methodische Ausgestaltung wurde zwar von kirchlichen Mitarbeitenden formal verantwortet, aber in der Praxis gemeinsam mit den Teilnehmer:innen entwickelt und umgesetzt. Beispiele für Veranstaltungsformate sind Gesprächs-, Lese- und Musikabende, „Gottesdienst einmal anders“ oder thematische Werkstätten. Zentrale Themen waren Freiheit, moderne, aber zumeist verbotene westliche Musik und eigene Ausgrenzungs- und Stigmatisierungserfahrungen verbunden mit der Suche nach neuen Formen gemeinschaftlichen Lebens. Aus staatlicher und geheimdienstlicher Sicht wurde die unkonventionelle, an den Interessen und Bedürfnissen Jugendlicher orientierte Arbeit als feindlich-dekadent eingestuft. Zu den Folgen dieser Einschätzung gehörten Überwachung, Unterwanderung durch das Ministerium durch Staatssicherheit, Repressionen bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung und Zerschlagung einzelner Gruppen. Auch seitens der Evangelischen Kirchen war die Offene Arbeit nicht unumstritten, erst in den 1980er Jahren wurde eine Lösung für die Frage von deren institutioneller Anbindung gefunden. Für die Entwicklung und das Engagement der oppositionellen Basisgruppen in den 1980er Jahren war die Offene Arbeit eine wesentliche Inspiration und Türöffnerin in kirchliche Räume.
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