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Der Beitrag analysiert die Rolle der Katholischen Wohlfahrtspflege (KWP) im Nationalsozialismus. Im Zentrum stehen die Ambivalenzen zwischen dem christlichen Leitbild der Nächstenliebe und den Zielen der nationalsozialistischen Wohlfahrtspolitik. Zunächst wird die Entwicklung der KWP nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im breiten Spektrum zwischen Kollaboration und Widerstand skizziert. Anschließend werden die Konvergenzen und Divergenzen zwischen den Leitbildern und Praktiken der katholischen und nationalsozialistischen Wohlfahrt vor dem Hintergrund eines eugenischen beziehungsweise sozialhygienischen Paradigmas analysiert, das die öffentliche Wohlfahrt und soziale Professionen unter dem Stichwort der „Endlösung der sozialen Frage“ seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts dominierte. Zudem skizziert der Text unterschiedliche Formen von Widerstand gegen die Entmenschlichung des NS-Regimes. Abschließend wird über die Verstrickungen der KWP in das Denken und die Praktiken der NS-Eugenik resümiert und die Notwendigkeit eines reflektierten Umgangs der katholischen Wohlfahrt mit ihrer historischen Verantwortung betont.
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