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Die Imagination der Ewigkeit steht im Zentrum eines mythologischen Geschichtsbildes, das rechtsextreme Ideologien bis heute prägt – als Beschwörung einer zeitlosen, organisch gewachsenen Ordnung jenseits historischer Kontingenz. Berit Kö untersucht die Herkunftsgeschichte dieser Denkformation und folgt dabei einem methodisch ungewöhnlichen Weg, der von den letzten Äußerungen des menschenverachtenden NS-Systems zurück in die deutsche Romantik um 1800 führt und damit zu jenen epistemischen Bedingungen, in denen sich der Mythos der Ewigkeit konstituieren konnte. Im Zentrum steht die Frage, welche diskursiven Verschiebungen, Brüche und Transformationen die Herausbildung des Begriffes ermöglichten und wie er sich als kulturell und politisch wirksames Modell behaupten konnte. Methodisch verbindet Kö Roland Barthes’ Mythentheorie mit der Foucault’schen Diskursanalyse und macht damit sichtbar, dass der Mythos der Ewigkeit kein ideengeschichtliches Erbe ist, sondern eine diskursive Formation im Denksystem der Moderne – historisch bedingt, ideologisch wirkmächtig und bis heute anschlussfähig für rechtsextreme Deutungen von Geschichte, Nation und Identität.

Über Berit Kö

Dr. Berit Kö (geb. Tottmann) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dort Teil des Projektes »Geschichte statt Mythen«.

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