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Der Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg ging auch auf die deutschen Reparationen zurück. Mit dem Waffenstillstand entstand die Idee von Aufbauhilfe durch den Kriegsverlierer. Nachdem der Versailler Vertrag in Kraft getreten war, flossen Sachlieferungen aus Deutschland in die kriegszerstörten Gebiete entlang der vormaligen Fronten. Ab Mitte der 1920er Jahre gewann der Neubau von Infrastruktur an Gewicht. Mit ihren »Reparationsprojekten« waren deutsche Unternehmer bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs auf dem europäischen Kontinent und in den Kolonien präsent. Anna Karla beschreibt diese bemerkenswerte Entwicklung auf einer umfangreichen Quellengrundlage aus Staats- und Unternehmensarchiven, Pressestimmen und zeitgenössischer Publizistik. Sie zeigt, welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte in der Weimarer Republik, in der interalliierten Reparationskommission und in den Empfangsstaaten der Reparationen zusammenkamen. Zwischen deutschen Schuldnern und alliierten Gläubigern kam es zu Konflikten, es ergaben sich aber auch Kooperationen. Durch die Reparationen blieben Sieger und Verlierer des Weltkriegs in der ersten Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts aufeinander bezogen.

Über Anna Karla

Anna Karla ist Juniorprofessorin für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der FU Berlin.

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