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Über 35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sind die Entwicklungen von Künsten und Kulturen in der DDR und in der Transformationszeit immer noch wenig erforscht. Dieser Band verknüpft zeitgeschichtliche Analysen mit Positionsbestimmungen künstlerischer Praxis und bezieht dabei auch die ostmitteleuropäischen Nachbarländer ein. Thematische Schwerpunkte sind Kunstinstitutionen und die Handlungsmacht von Akteur:innen, Alltags- und Populärkulturen im Sozialismus, Kulturerbe und Praktiken der Erinnerung sowie Aufbruchshoffnungen und Verlusterfahrungen. Dabei geht es insbesondere um Spielräume zwischen institutioneller Kontrolle und Eigensinn, kreative Verfahren in Medien-, Populär- und Gegenkulturen, die einen veränderten Umgang mit dem Kulturerbe vor und nach 1989/90 erfordern. In einer multiperspektivischen Betrachtung hinterfragen die Beiträge die allgemein immer noch wirksamen Dichotomien Ost vs. West, Diktatur vs. Demokratie, Staat vs. Individuum, Wendegewinner vs. Wendeverlierer und lassen vielfältige Kulturen im (Post-)Sozialismus mit ihren Widersprüchen, Konflikten und transnationalen Beziehungen sichtbar werden.
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