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Müll ist eines der am meisten problematischen Symptome sozialökologischer Krisen der Gegenwart. Von wachsenden Elektroschrott-Deponien im Globalen Süden über Plastikinseln in den Ozeanen bis hin zu den verborgenen Nachlässen nuklearer Prozesse: Materielles Aussortieren, Wegwerfen oder Hinterlassen prägen nicht nur Haushalte, Städte oder Landschaften, sondern auch politische und ökonomische Verhältnisse. Angesichts dieser Entwicklungen ist die Frage nach einem wissenschaftlichen Umgang mit Müll dringlicher denn je. Ausgehend von den Discard oder Waste Studies verbinden die Beiträge dieses Bands kulturwissenschaftliche Perspektiven mit dem Konzept des »Wasteocene«. Dieses lenkt den Blick auf die Machtverhältnisse, kapitalistischen Produktionsweisen und imperialen Politiken, die Müll und Vermüllen hervorbringen. Zugleich macht es soziale und ökologische Ungleichheiten sichtbar und eröffnet neue Perspektiven auf Umweltgerechtigkeit, politischen Widerstand sowie die Verflechtung von Gesellschaft und Ökologie.
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