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Vor dem Hintergrund anhaltender Krisen, Desintegrationstendenzen und rechtpopulistischer Attacken auf das Projekt der europäischen Integration befasst sich das Buch mit der Zukunft europäischer Bürgerschaft in konzeptioneller und praktisch-reformerischer Absicht. Es widmet sich der Frage, ob und wie die bestehende »Unionsbürgerschaft« zu einem substanziellen und bedeutungsvollen politischen Status werden kann, der nicht nur die Rechte der Einzelnen wirkungsvoll schützt, sondern auch zu kollektivem demokratischem Handeln ermächtigt. Die Diskussion ist eingebettet in weitreichende Fragen der Transformation von Bürgerschaft im postwestfälischen Zeitalter, in dem Staatlichkeit dezentriert und das nationale Verständnis von (Staats-)Bürgerschaft herausgefordert wird. Methodischer Kern für die Neuinterpretation ist die Entwicklung einer bürgerschaftszentrierten Perspektive auf die EU, die den staatszentrierten Status quo überwindet. Als dritte Kraft zwischen Technokratie und Populismus erweist sich vor allem eine sich selbst bewusste europäische Bürgerschaft als Angelpunkt aller weiteren demokratischen Entwicklung. Mit einem Gespräch mit Daniel Cohn-Bendit

Über Sandra Seubert

Prof. Dr. Sandra Seubert ist Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie an der Goethe Universität Frankfurt a.M.; Promotion an der FU Berlin (1998), Habilitation an der Universität Potsdam (2006). Visiting Scholar, New School for Social Research, New York (2000/2001), Alfred Grosser-Gastprofessorin, Sciences Po, Paris (2019/2020).

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