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Der Thementeil dieses Hefts geht der Frage nach, welches Erkenntnispotential für die erziehungswissenschaftliche Theoriebildung literarischen Texten zukommt, und liefert Grundlagen für die disziplingeschichtliche und method(olog)ische Reflexion dieses Potentials. Hans-Christoph Koller untersucht, auf welche methodischen Verfahren die erziehungswissenschaftliche Auseinandersetzung mit literarischen Texten zurückgreifen kann und wie dabei deren ästhetische Dimension berücksichtigt werden kann. Als eines der von Koller vorgestellten Verfahren erprobt Lena-Maria Nägle Oevermanns Adaption der Objektiven Hermeneutik für die Interpretation literarischer Texte und diskutiert exemplarisch deren Bedeutung für die erziehungswissenschaftliche Theoriebildung anhand einer Schlüsselszene aus Tonio Schachingers Roman „Echtzeitalter“. Sabine Reh schließlich beschreibt, welche Rolle die Arbeit mit literarischen Texten in der Disziplingeschichte der Erziehungswissenschaft spielt(e) und geht dabei auch auf Ambivalenzen und ungeklärte Fragen des Ansatzes ein. Im Allgemeinen Teil identifiziert der Beitrag von Felicitas Macgilchrist, Christian Leinweber und Andreas Weich fünf unterschiedliche Medienverständnisse innerhalb der erziehungswissenschaftlichen Forschung zum Konnex von Digitalität und Bildung und leistet damit einen Beitrag zur Strukturierung des Forschungsfeldes. Der Beitrag von Jan-Hendrik Hinzke und Jessica Füg rekonstruiert Orientierungsrahmen von Studienanfänger*innen hinsichtlich ihres Umgangs mit videographierten Praxisfällen und zeigt, dass sich Reflexion studiengangübergreifend eher als Horizontverfestigung denn als Verständniserweiterung vollzieht Die Analyse im Rahmen des vorliegenden Beitrages auf Basis einer inhaltsanalytischen Auswertung bayerischer Bildungs- und Erziehungsziele in Lehrplänen von Martina Osterrieder zeigt, dass durch die mit Inklusion assoziierte Wertekommunikation Strukturpersistenz gestützt wird und Leistungsgerechtigkeit höher priorisiert wird als Teilhabegerechtigkeit.
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